An kurzen Wintertagen mangelt's dem Körper vor allem an einer lebenswichtigen Ressource: Sonne.
 
 

 

 

 

 

Lampen, Kerzen oder das Solarium sind ein unvollkommener Ersatz. Wer sich im Winter trotz Wind und Wetter nach draußen wagt, bekommt jedoch seine wichtige Portion Sonnenlicht.

"Das Sonnenlicht ist sehr komplex und setzt sich aus unterschiedlichen Strahlungsarten zusammen, die alle Einfluss auf den menschlichen Körper haben", sagt Rolfdieter Krause, Leiter der Arbeitsgruppe Heliotherapie in der Abteilung für Naturheilkunde der Berliner Charité.

"Im Sonnenlicht ist die kurzwellige UV-A- und UV-B-Strahlung enthalten. Desweiteren das sichtbare Licht, das für die Helligkeit sorgt und das Infrarot-Licht, das die Wärme erzeugt", erklärt Rolfdieter Krause. Wichtig ist vor allem das UV-B-Licht: Es verursacht nicht nur Sonnenbrand sondern ist auch für die körpereigene Produktion von Vitamin D zuständig.

"Ausreichend Vitamin D wirkt wie Ausdauertraining und senkt die Herzfrequenz." Außerdem sei ein guter Vitamin-D-Spiegel günstig gegen bestimmte Arten von Krebs, Diabetes und beuge Osteoporose und rheumatologischen Erkrankungen vor.

Die Bildung von Vitamin D über die Haut ist jedoch in den Wintermonaten nicht möglich. "UV-B-Licht kommt von November bis März nicht in unsere Breitengrade", sagt Krause. Vitamin D werde jedoch im Körper gespeichert und bei Bedarf wieder zum Hormon umgewandelt. "Ein Vitamin-D-Mangel ist nur durch eine Blutuntersuchung festzustellen", so Krause. Vitamintabletten können eventuell Abhilfe schaffen, sollen jedoch nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden. Ein Gang ins Solarium dagegen kann die Vitamin-D-Produktion nicht ausreichend anregen. "Da wird vorwiegend mit UV-A-Strahlung bestrahlt", erklärt Krause.

Ebenfalls wichtig für den Menschen ist das sichtbare Licht, das über die Augen aufgenommen wird. "Das Licht erzeugt nicht unsere biologischen Rhythmen, aber es stimmt sie ein", meint Jürgen Zulley, Professor für biologische Psychologie an der Universität Regensburg. Helles Licht unterdrückt die Produktion des Schlafhormons Melatonin, das für den menschlichen Nacht-Tag-Rhythmus verantwortlich ist. Im Winter wenn die hellen Tage fehlen, sind oft Antriebslosigkeit und eine gedrückte Stimmung die Folge.

Täglich raus ans Tageslicht hebt die Stimmung

"Dass unsere Taktung wichtig und außerordentlich empfindlich ist, zeigen die Auswirkungen bei Schichtarbeit oder Jetlag", so Prof. Michael Stimpel von der Deutschen Klinik für Naturheilkunde und Präventivmedizin in Püttlingen bei Saarbrücken. An die dunkle Jahreszeit muss sich der Körper erst gewöhnen. Viel draußen spazieren gehen ist hierfür das einfachste Mittel. Jeder Mensch sollte laut Prof. Stimpel täglich mindestens 20 Minuten raus ins Tageslicht gehen - am besten morgens oder am frühen Mittag. "Gerade die seltenen sonnigen und hellen Tage sollte man versuchen zu nutzen."

Auch das Infrarotlicht im Sonnenlicht hat einen positiven Effekt auf den menschlichen Körper und kommt mit seiner langen Wellenlänge auch im Winter bis zu uns durch. Infrarotstrahler sind im Fachhandel zu bekommen. Sie spenden Wärme und können Verspannungen und Verkrampfungen lösen. "Das infrarote Licht erweitert die Hautgefäße und senkt den Blutdruck", erklärt Rolfdieter Krause.

Wer sich durch das fehlende Licht im Winter in seiner Laune besonders eingeschränkt fühlt, kann sich in Sanitätshäusern ein Lichttherapiegerät kaufen. Mindestens 2000 Lux Beleuchtungsstärke sollten die Lampen haben und am besten morgens angewendet werden. (apa/dpa)

(http://gesundesleben.at )