Liebe Cordelia!
Nun ist es schon ein Jahr her, seit ich das erste Mal bei dir zum Fasten war. Ich möchte es deshalb nicht verabsäumen ein wenig zurückzublicken und mich im Zuge dessen auch bei dir zu bedanken. Dieses Jahr war ein sehr turbulentes, allerdings im positiven Sinne.

Als ich zur ersten Sitzung mit dir kam war ich - gelinde ausgedrückt - verzweifelt. Darmprobleme waren für mich immer ein Tabuthema. Das mag meinem doch recht jungen Alter oder dem allgemeinem Tabuthema Darmgesundheit geschuldet sein. Wie auch immer, ich hielt es gleich wie die meisten anderen: Über Verdauung oder gar Ausscheidungen spricht man nicht, sondern ignoriert es und wartet bis sich das ganze von selbst löst. Heimlich trank ich täglich Magentees und versuchte meine Ernährung gänzlich auf Obst und Gemüse zu reduzieren (nicht das ich vorher der Fastfood-Junkie gewesen wäre dem sogar Wasser am Herd anbrennt).

Aber all das half nichts. Mein Bauch wurde immer größer, die Verdauung funktionierte immer schlechter und im gleichen Maße wie meine Verdauung schlechter wurde, ging es auch mit meiner Laune abwärts. Dann zog ich einen Schlussstrich und entschied mich, etwas zu ändern. Aus Angst vor irgendwelchen kurzfristigen, schulmedizinischen Therapien mit Abführ-Medikamenten entschied ich mich für alternative Varianten. Damals wusste ich noch nicht was das bedeuten würde. So begann ein Spießrutenlauf von angewandten Kinesiologen über Wünschelruten-Menschen, ich habe alles versucht. Schlussendlich endete ich wieder bei der Schulmedizin. Doch auch die Gastro- und Koloskopie um die dich Ärztin aus Verzweiflung förmlich anflehte, brachte kein Ergebnis. Ach doch: Zwischenzeitlich wurde eine Laktoseintoleranz festgestellt, die sich dann doch als nichtig herausstellte.

Nach dieser Vorgeschichte ist es auch nicht verwunderlich, dass ich durchaus skeptisch war als ich dich, liebe Cordelia, bei unserem ersten, anfänglich beruflichen Treffen kennen lernte. Mein erster Gedanke: „Wieder jemand der die ultimative Lösung verspricht und gerne der Messias aller Menschen sein will die unzufrieden mit ihrer Figur sind oder sich in einer altersbedingten Selbstfindungsphase gepaart mit Gesundheitswahn befinden.“

Schließlich entschied ich mich doch eine private Sitzung zu versuchen. Was konnte mir schon passieren, schlechter gehen konnte es mir ja wohl nicht mehr. Schon nach kurzer Zeit jedoch lernte ich, worauf es bei meiner individuellen Ernährung ankommt und was für mich der richtige Weg sein könnte. Das erstaunte mich anfangs doch sehr, da ich mich nicht gerade als Laien in Sachen Ernährung bezeichnet hätte. Bedingt durch die Vorgeschichte hatte ich ja auch schon sämtliche gängigen Bücher und Internetbeiträge zum Thema gelesen.

Doch schon nach kurzer Zeit stellte sich eine merkliche Besserung ein. Ich schwebte quasi auf Wolke 7 und mein Bauch wurde zum Mitstreiter, war er doch jahrelang eher der Feind. Doch auch die nächste Hürde blieb nicht aus. Denn als ich die endgültige Heilung für mich schon in greifbarer Nähe sah, wurde ich aufgefordert - man könnte auch sagen verpflichtet ;) - zu fasten. „Das ist ein Neuanfang und eine tolle Erfahrung für dich“, hieß es. War es im Nachhinein auch, aber während dessen naja … Niemals wollte ich das machen. Ein Jahr zuvor hatte ich noch alle die fünf Tage nichts essen für völlig wahnsinnig erklärt. Mehr Grund zur Trennung hatte meine bessere Hälfte wohl selten in den letzten Jahren als meine Laune während des Fastens.

Aber sei es wie es sei. Seit dem allerdings, sind meine Verdauungsprobleme mit denen ich seit über fünf Jahren gekämpft hatte verschwunden. Klar muss ich nach wie vor etwas dafür tun, ABER: Ich kann essen was ich will und wann ich will, es kommt nur auf die Mischung an. Und dafür dass du mir das gezeigt hast, möchte ich mich hiermit noch einmal ganz herzlich bei dir bedanken!